Montag, 15. November 2010

ENDLICH ANGEKOMMEN!

Nun ist es endlich so weit, ich bin in Neuseeland gelandet und habe schon meine ersten Tage 
hier verbracht. Leider ist der Internetzugang hier relativ teuer (auch in den Hostels), deswegen schreibe ich jetzt erst meinen ersten Eintrag hier.
Ich bin also nach einem sehr anstrengenden Flug (Frankfurt-Singapore-Sydney-Auckland) hier gelandet, war sehr geschafft, hatte auch 3 Nächte so gut wie gar nicht geschlafen und meine ehemaligen Klassenkameraden Clara (welche ich ja schon ewig kenne) und AnnSophie haben mich vom Flughafen abgeholt mit ihrem kleinen Bus, den sie sich hier gekauft haben.
Ich hatte bereits für 5 Nächte ein Hostel für mich in Auckland gebucht, bin dann aber doch in das Hostel von den beiden Mädels gegangen, weil es so schön familiär und gemütlich war (und auch billiger), sodass wir ein paar Tage zusammen verbringen konnten.
Ich habe die erste Nacht (bin um 20 Uhr angekommen) also sehr gut nach dem ganzen Stress geschlafen (daher auch keinen Jetlag gehabt) und am nächsten tag sind wir losgegangen um Besorgungen zu machen, ich habe mein neuseelandisches Bankkonto eröffnet (für Bezahlungen von Arbeitgebern hier) bei der "Kiwi Bank" (; und hab mir meine Handy-Karte geholt, sodass ich hier auch telefonieren kann, am nächsten Tag musste ich dann noch stundenlang bei der Immigrations-Stelle (ich weiß nicht genau, wie das auf deutsch heißt) warten, weil mir der nette Mann am Flughafen hier einen falschen Stempel in meinen Pass gemacht hat (nur 3 Monate Besuchervisum, anstatt 12 Monate Reise- und Arbeitsvisum). Aber jetzt habe ich meine offizielle Genehmigung zum Arbeiten. Eigentlich hatte ich vor, noch ein paar Tage in Auckland zu bleiben, um mehr von der Stadt zu sehen und der Natur darum herum und wollte mich eventuell dazu entscheiden, mir dort meine erste Arbeitsstelle zu suchen, falls mir die Stadt gefällt. Außerdem musste ich noch meine Steuernummer beantragen, doch das erwies sich als Problem, denn man braucht dafür neben dem Pass ein zweites Dokument, was bei den meisten hier der internationale Führerschein ist, den ich nun (noch) nicht habe, so kam für ich nur in Frage einen Schriebs vorzuzeigen, dass mir ein Arbeitgeber einen Job anbietet. Da aber die Arbeitnehmer meist nur Arbeiter nehmen, die bereits eine Steuernummer haben, war ich ein wenig aufgeschmissen, wollte das aber in den nächsten Tagen noch regeln, da ich ja einfach jemanden fragen konnte nach dem Schriebs, wie z.B. die Besitzerin vom Hostel, nur zum Zwecke der Steuernummer, ich musste ja dann nicht wirklich dort anfangen zu arbeiten.
Alsooo.... In dem Hostel habe ich auch schon viele neue Leute kennengelernt, die alle aus Deutschland, den USA, Neuseeland, England, Irland oder Schottland kamen.
Vorgestern (also am Samstag, das war dann mein 3. Tag hier) wollten dann Clara und AnnSophie nach Napier weiterrreisen (das sind ungefähr 6 Stunden Autofahrt von Auckland aus, in der Mitte der Nordinsel, an der Ost-Küste), weil dort Freunde von ihnen bereits hingereist waren und für sie einen Job als Saisonarbeiter auf einer Apfelfarm besorgt hatten (also Apfelpflücker). Zwei von unseren Leuten im Hostel, mit denen ich mich auch schon gut angefreundet hatte, wollten mitkommen, weil sie von da aus weiter in den Süden wollten und ein Deutscher wollte ebenfalls mit ihnen in Napier anfangen zu arbeiten. Im Laufe des Tages, als sie alles packten, überkam mich das Gefühl, dass ich nicht in Auckland bleiben wollte, sondern auch weiter südlich reisen wollte (Auckland ist auch relativ teuer) und mir vielleicht auch in Napier (welches sehr schön sein sollte) einen Job suchen sollte. Wenn ich keinen dort bekommen würde, würde ich weiter in den Süden reisen, nach Wellington (Hauptstadt, doch sehr viel kleiner als Auckland). Also beschloss ich innerhalb weniger Minuten mit ihnen zu kommen (es war auch wesentlich billiger für mich mit ihnen zu reisen, als in der nächsten Woche einen Bus in den Süden zu nehmen), packte mein Zeug, bekam das Geld für die bereits bezahlte Woche im Hostel wieder und stieg mit ins Auto. 
Wir waren also 6 Leute in 2 Autos (ein Kleinbus und ein großer Van) und die Fahrt war sehr lustig, wir fuhren unter anderem durch die Gegend, in der beim Film der "Herr der Ringe" die Hobbits wohnen, wo es also unglaublich grün und hügelig war.
Nach 4 Stunden Fahrt fuhren wir von der Straße ab, kochten etwas, hatten einen schönen Abend zusammen und schliefen in den Bussen bzw. 2 in einem Zelt.
Am nächsten Tag gings weiter, nur diesmal durch die Berge, es war atemberaubend!
Wir kamen nachmittags in Napier an, einer 55 000 Einwohner Stadt, direkt am Meer, welche aber auch sehr touristisiert war. Das Hostel war wieder kleine und gemütlich und diesmal noch um einiges billiger (90$ die Woche für Saison-Arbeiter und Studenten, das sind ca. 45€).
Ich bin dann mit unseren beiden Mitreisenden Amerikanern, welche weiter südlich fahren wollte am nächsten Tag in die Stadt gegangen und habe gegangen und wir haben schnell gemerkt, dass uns rein garnichts an dieser Stadt reizt, es sind nur typische Touristenshops, langweilige Bauten, keine wirkliche Jugend/Ausgeh-Szene und der Strand ist auch nicht wirklich schön, mit schwarzem Kies. Als ich dies zum Ausdruck brachte, luden mich die beiden ein, mit ihnen am nächsten Tag weiterzureisen und im Tongariro-Nationalpark eine mehrtätige Wanderung mit Zelten zu machen (der Nationalpark besteht hauptsächlich aus diesen zwei berühmten Schnee-bedeckten Bergen, wie man sie oft auf Bildern von Neuseeland sieht).
Da habe ich dann alle meine Napier-Pläne über Bord geworfen, hab mir klar gemacht, dass ich noch genug Zeit habe, um hier zu arbeiten, erst ein paar Tage hier bin und ich Lust hätte, vorher noch ein wenig was zu sehen. Das war einfach eine zu gute Chance um sie nicht zu nutzen, vor allem, weil ich mich mit den beiden Amerikanern (Cyrstie und Paul, beide Welt-Bereisende und super nett) sehr gut verstehe und beide danach nach Wellington weiterreisen wollen, wohin ich dann auch reisen würde.
Also haben wir alles geplant, mussten Bus und Campingplätze buchen, Essen vorbereiten und uns überlegen wie wir alle unsere Sachen transportiert bekommen. 
Als wir abends alles fertig hatten, mussten wir hinnehmen, dass der Bus für den nächsten Morgen (also heute) auf einmal ausgebucht war. So haben wir für den Tag darauf gebucht und auch eine bessere Methode gefunden, um dort zu Wandern (wir können außerhalb des Parks unser Gepäck lassen), unser erster Plan, mit unseren großen Rucksäcken den ganzen Weg zu wandern wäre physisch nicht machbar gewesen, erzählte uns der Besitzer unseres Hostels hier, der jedes Wochenende in diesem Park wandert. 
So haben wir heute einen "freien Tag" bevor es losgeht, ich lauf ein wenig am Strand lang, halte Ausschau nach einem kleinen Wanderrucksack und einer Isomatte, sie sich mitnehmen lässt und sitze viel mit den anderen auf der Veranda und quatsche.
So siehts bei mir gerade hier aus, es ist alles sehr aufregend und ich glaube, es werden auch noch viele aufregende Wochen folgen....
So weit, so gut...
Unten seht ihr noch ein paar Bilder von unserer Fahrt nach Napier, als wir Rast gemacht haben und der Natur dort, sowie von dem Strand hier in Napier.
Auf der Wanderung werde ich natürlich auch ganz viele Fotos machen.
Bis zum nächsten Bericht,
eure Freddy